Von der Wölfin geerbt

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Hündinnen sind fantastische Ammen nicht nur für Hundebabys!

Es gibt viele Adoptivmütter im Tierreich, die ihre Pflegekinder wärmen und verteidigen können. Allerdings hapert es an der Ernährung, denn Milch wird in der Regel nur produziert, wenn das Weibchen Junge erwartet. Bei manchen Säugetieren, die in Rudeln oder Familienverbänden leben ist das anders. So auch beim Hund, denn dessen Vorfahr, der Wolf lebte und lebt im (Groß-) Familienverband. Alle weiblichen Mitglieder sind gleichzeitig empfängnisbereit, auch wenn der Leitwolf-Rüde nur seine Leitwölfin deckt. Die Leitwölfin ist in der Regel das intelligenteste gesündeste und stärkste Weibchen im Rudel und auch die beste Jägerin. Damit sie nach der Geburt ihrer jungen wieder jagen kann und diese gut versorgt sind, falls ihr etwas passiert, können die anderen Weibchen einspringen.
Dieser tolle Trick der Natur sichert das Überleben des Rudels und ließ sich auch bis heute nicht aus unseren Hunden wegzüchten.

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Obwohl Hunde heute meist allein in einer Menschenfamilie leben, werden viele Hündinnen einer Umgebung oft kurz nacheinander oder sogar beinahe gleichzeitig läufig. das kann man in der Nachbarschft oder auf Hundetreffs beobachten. Der Zyklus der Hündinnen synchronisiert sich. sie erleben die gleiche hormonelle Entwicklung zur Läufigkeit, trächtigkeit und Geburt. Selbst wenn sie nicht gedeckt wurden, zeigt das Blutbild die gleichen Werte wie bei einer Schwangerschaft.
Das Hormon Prolaktin löst das Brutpflegeverhalten und die Milchproduktion aus. Auch dieses wird bei tragenden, wie unbelegten Hündinnen gleichermaßen produziert.

Wenn unsere Hündin plötzlich Schmusetiere einsammelt und ein Nest baut, wissen wir, daß sie scheinträchtig ist oder eher eine Schein- Mutterschaft erlebt. Oft genug hat sie auch Milch, benimmt sich “zickig” und verteidigt ihre “Jungen”.
Das ist kein krankhaftes Verhalten, sondern das Erbe der Wölfe.
Gibt es in dieser Phase der Scheinmutterschaft lebendige Babys zu versorgen, verstärkt sich das Brutpflegeverhalten der Hündin noch. Die Hündin gibt eine begeisterte Adoptivmutter nicht nur für Hundewelpen, sondern auch für Katzenkinder und Wildtierbabys ab.

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Sie kann ihre gesamte Energie in die Mutterschaft investieren, anders als die leibliche Mutter, die durch die Geburt bereits geschwächt ist. Nicht selten werden deshalb scheinträchtige Hündinnen als Ammen angeboten.
Diese “Adoptivmütter” übernehmen nicht nur Nahrung und Nestwärme, sondern kümmern sich auch um die erste Erziehung der Kleinen, bis sie sie in ihr eigenes Leben entlässt, und sich selbst ihre wohlverdiente Erholungsphase gönnt.

Was tun bei Scheinträchtigkeit?

Meist verschwinden die Symptome einer Scheinträchtigkeit nach zwei bis drei Wochen ganz von selbst , ohne behandelt werden zu müssen. Leidet die Hündin aber an ihrer eingebildeten Mutterschaft , wird z.B. sehr viel Milch produziert oder sie verweigert das Fressen, die Plüschwelpen werden zu vehement verteidigt, dann sollte man unbedingt mit dem Tierarzt reden. Dieser kann mit Medikamenten helfen. Bei vielen Hündinnen hilft es bereits, das Aktivitätslevel erheblich zu steigern, damit sie “ausgepowert” ist.
Hündinnen, die nach jeder Läufigkeit eine Scheinmutterschaft zeigen, leiden aber auf Dauer zu sehr und man sollte über eine Kastration nachdenken.

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